Ich hab eeeeeeeeewig geschwiegen hier. Das hatte mehrere Gründe. Doch da mich nun schon mehrere Leute darauf angesprochen haben, dass es so scheint, als habe ich mein Referendariat nach den Herbstferien abgebrochen (an dieser Stelle die süßesten Grüße an die liebe Engländerin), dachte ich mir, sei es doch an der Zeit, Euch wieder mal zu erzählen, was mir seit den Herbstferien so passiert ist.
Und welcher Tag zum Wiederaufgreifen des Schreibens passt da besser als der heutige? Der heutige, an dem ich mein Thema für die erste Lehrprobe bekommen habe? Eeeeeeben.
Also. Was auffallen wird, ist, dass es so schrecklich viel Aufregendes gar nicht zu berichten gibt. Hier allerdings ein paar Eckdaten der Dinge, die ich seit den Herbstferien so getan habe in meinem Referendariat:
- ein dreiwöchiges Gesamtschulpraktikum absolviert, das mir sehr sehr viel Spaß gemacht hat – mir andererseits allerdings auch gezeigt hat, dass ich auf Dauer nicht an einer Gesamtschule unterrichten möchte.
- einen zweitägigen Schullandheimaufenthalt mit 21 anderen Mitreferendaren absolviert. Ziemlich langweilig, allerdings waren die Abendaktivitäten ziemlich cool, die Leute sehr nett, und ich habe eine der bisher schönsten Kneipen der Welt (also nach meinem Geschmack ;o)) gesehen und besucht und genossen. Wir kamen spät zurück in die Jugendherberge, es hatte geschneit (seeeeehr hübsch und idyllisch), und wir wussten den Code zum Reinkommen zwar, allerdings funktionierte er nicht. Erst an der dritten Tür, nachdem wir durchgefroren waren und uns schon damit abgefunden hatten, die Nacht im Auto oder bei dem Nächstwohnenden verbringen zu müssen. Spiel und Spaß also – wie es sich für einen Schullandheimaufenthalt gehört ;o)
- eine Weihnachtsfeier organisiert (ich war im Dekoteam – small wonder ;o)) und erfolgreich absolviert. Dabei u.a. meinen alten Englischlehrer getroffen und mich lange mit ihm unterhalten. Eben genau so eine Sache, wegen der ich nicht ins Saarland wollte (also um nicht dauernd Leute zu treffen, die jemanden kennen, der jemanden kennt, der mal gehört hat, dass ich existiere und so)
- gefühlte 752 ITB-Veranstaltungen (Informationstechnische Bildung) besucht, durchlitten, gehasst, nichts gelernt.
- ca. 15 eigene Stunden gehalten
- einen Flug nach England zu meinen Paten für die herrlichen Winterferien im Februar gebucht
- zwei Lehrproben von Mitreferendaren besucht, emsig mitgeschrieben, was nachher als Kritik kam etc.
- nach den Weihnachtsferien dramatisch verschlafen, mich innerhalb von 18 Minuten fertig gemacht (very minimalistic ;o)), 10 Minuten später losgefahren als sonst – und es rechtzeitig geschafft!
Ich weiß, irgendwann wird es mir passieren, dass ich richtig verschlafe und nicht mehr zu retten bin. I dread the day … - …
Okay, wenn man es so aufschreibt, ist es doch einiges eigentlich … ;o)
Was mir besonders auffällt und was ich Euch unbedingt erzählen will, ist, dass es erstaunlich ist, wie schnell doch die Zeit vergeht. Und auch wenn das etwas ist, was ihr ja auch alle wisst, so finde ich es für mich persönlich schon erstaunlich, dass ich vor einem Jahr noch nichtmal die erste Examensprüfung habe – und jetzt schon seit einem halben Jahr an der Schule bin. Klar, solche krassen Umbrüche gibt es immer – aber für mich ist es der erste so richtig krasse und deswegen ist es für mich aufregend und besonders!
)
Es macht mir weiterhin wirklich Spaß und ich warte immer noch auf den richtigen Arbeitseinbruch. Bisher hatte ich immer noch unglaublich viel Zeit fürs Klavier, das Malen, Basteln etc – aber vielleicht habe ich mir die Zeit auch nur genommen … Jedenfalls bin ich so gar nicht ausgelaugt, gestresst oder sonstwie unglücklich!
Doch ich mache Euch auch nichts vor: nicht selten vermisse ich mein altes Leben, Euch alle, liebe Freunde, diese direkte Nähe, das Sich-Dauernd-Sehen-Können, die Unmittelbarkeit und Einfachheit des Kontakts – EUCH. Aber auch die Lebensumstände, die wesentlich ungezwungener waren, freier, im Guten Sinne weniger ernst … Aber das Leben geht weiter, nicht wahr? Es ist ein ganz normaler Schritt. Man kann ihn nur verzögern, aber gehen muss man ihn.
Vielleicht ändert sich das mit der Arbeit in den nächsten Tagen, denn jetzt heißt es Lehrprobenentwurf schreiben (quasi eine Hausarbeit mit sehr wissenschaftlichem Teil (Sachanalyse) und sehr viel didaktisch-methodischen Teilen). Ich habe mir heute schonmal als ersten Schritt einen Funkwecker gekauft, damit ich auch perfekt weiß, wann es klingelt! ;o)
Ich werde euch auf dem Laufenden halten …
Verfasst von anotherhero
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