Lebenszeichen, des Lebens Zeichen, das Leben zeichnen

12 Januar, 2009

Ich hab eeeeeeeeewig geschwiegen hier. Das hatte mehrere Gründe. Doch da mich nun schon mehrere Leute darauf angesprochen haben, dass es so scheint, als habe ich mein Referendariat nach den Herbstferien abgebrochen (an dieser Stelle die süßesten Grüße an die liebe Engländerin), dachte ich mir, sei es doch an der Zeit, Euch wieder mal zu erzählen, was mir seit den Herbstferien so passiert ist.

Und welcher Tag zum Wiederaufgreifen des Schreibens passt da besser als der heutige? Der heutige, an dem ich mein Thema für die erste Lehrprobe bekommen habe? Eeeeeeben.

Also. Was auffallen wird, ist, dass es so schrecklich viel Aufregendes gar nicht zu berichten gibt. Hier allerdings ein paar Eckdaten der Dinge, die ich seit den Herbstferien so getan habe in meinem Referendariat:

  • ein dreiwöchiges Gesamtschulpraktikum absolviert, das mir sehr sehr viel Spaß gemacht hat – mir andererseits allerdings auch gezeigt hat, dass ich auf Dauer nicht an einer Gesamtschule unterrichten möchte.
  • einen zweitägigen Schullandheimaufenthalt mit 21 anderen Mitreferendaren absolviert. Ziemlich langweilig, allerdings waren die Abendaktivitäten ziemlich cool, die Leute sehr nett, und ich habe eine der bisher schönsten Kneipen der Welt (also nach meinem Geschmack ;o)) gesehen und besucht und genossen. Wir kamen spät zurück in die Jugendherberge, es hatte geschneit (seeeeehr hübsch und idyllisch), und wir wussten den Code zum Reinkommen zwar, allerdings funktionierte er nicht. Erst an der dritten Tür, nachdem wir durchgefroren waren und uns schon damit abgefunden hatten, die Nacht im Auto oder bei dem Nächstwohnenden verbringen zu müssen. Spiel und Spaß also – wie es sich für einen Schullandheimaufenthalt gehört ;o)
  • eine Weihnachtsfeier organisiert (ich war im Dekoteam – small wonder ;o)) und erfolgreich absolviert. Dabei u.a. meinen alten Englischlehrer getroffen und mich lange mit ihm unterhalten. Eben genau so eine Sache, wegen der ich nicht ins Saarland wollte (also um nicht dauernd Leute zu treffen, die jemanden kennen, der jemanden kennt, der mal gehört hat, dass ich existiere und so)
  • gefühlte 752 ITB-Veranstaltungen (Informationstechnische Bildung) besucht, durchlitten, gehasst, nichts gelernt.
  • ca. 15 eigene Stunden gehalten
  • einen Flug nach England zu meinen Paten für die herrlichen Winterferien im Februar gebucht
  • zwei Lehrproben von Mitreferendaren besucht, emsig mitgeschrieben, was nachher als Kritik kam etc.
  • nach den Weihnachtsferien dramatisch verschlafen, mich innerhalb von 18 Minuten fertig gemacht (very minimalistic ;o)), 10 Minuten später losgefahren als sonst – und es rechtzeitig geschafft! :) Ich weiß, irgendwann wird es mir passieren, dass ich richtig verschlafe und nicht mehr zu retten bin. I dread the day …

Okay, wenn man es so aufschreibt, ist es doch einiges eigentlich … ;o)

Was mir besonders auffällt und was ich Euch unbedingt erzählen will, ist, dass es erstaunlich ist, wie schnell doch die Zeit vergeht. Und auch wenn das etwas ist, was ihr ja auch alle wisst, so finde ich es für mich persönlich schon erstaunlich, dass ich vor einem Jahr noch nichtmal die erste Examensprüfung habe – und jetzt schon seit einem halben Jahr an der Schule bin. Klar, solche krassen Umbrüche gibt es immer – aber für mich ist es der erste so richtig krasse und deswegen ist es für mich aufregend und besonders! :o )

Es macht mir weiterhin wirklich Spaß und ich warte immer noch auf den richtigen Arbeitseinbruch. Bisher hatte ich immer noch unglaublich viel Zeit fürs Klavier, das Malen, Basteln etc – aber vielleicht habe ich mir die Zeit auch nur genommen … Jedenfalls bin ich so gar nicht ausgelaugt, gestresst oder sonstwie unglücklich! :)

Doch ich mache Euch auch nichts vor: nicht selten vermisse ich mein altes Leben, Euch alle, liebe Freunde, diese direkte Nähe, das Sich-Dauernd-Sehen-Können, die Unmittelbarkeit und Einfachheit des Kontakts – EUCH. Aber auch die Lebensumstände, die wesentlich ungezwungener waren, freier, im Guten Sinne weniger ernst … Aber das Leben geht weiter, nicht wahr? Es ist ein ganz normaler Schritt. Man kann ihn nur verzögern, aber gehen muss man ihn.

Vielleicht ändert sich das mit der Arbeit in den nächsten Tagen, denn jetzt heißt es Lehrprobenentwurf schreiben (quasi eine Hausarbeit mit sehr wissenschaftlichem Teil (Sachanalyse) und sehr viel didaktisch-methodischen Teilen). Ich habe mir heute schonmal als ersten Schritt einen Funkwecker gekauft, damit ich auch perfekt weiß, wann es klingelt! ;o)

Ich werde euch auf dem Laufenden halten … :)


Bilanz der ersten Ferien und der ersten Tage danach

21 Oktober, 2008

Nun, jetzt sind sie auch schon wieder vorbei, die ersten Herbstferien. Sie waren luxuriös, denn ich musste sozusagen nichts tun und habe sie von daher aus vollen Zügen genossen. Hier eine kleine Bilanz der Ferien und der ersten Tage danach.

Was ich in den Ferien erledigen konnte:

  • mehrere Besuche in meiner ehemaligen Studienstadt. Freude über Wiedersehen, Melancholie über Vergangenheit.
  • endlich ein Design für meinen Flur entwerfen und umsetzen. Hat ewig gedauert, mir eine ziemlich heftige Blase am Daumen gekostet, die immer noch nicht abgeklungen ist, aber sehr viel Spaß gemacht und es gefällt mir. Habe währenddessen herausgefunden, dass im Fernsehen unfassbar viel komisches Zeug läuft.
  • allererstes Mal geritten. Ausritt durch einen Herbstwald auf Tristor, einem Islandpferd, an der Seite meiner Fachleiterin. Tolles Wetter, tolle Umgebung, tolles Tier. Ich durfte sogar traben und tölten (waren Island-Pferde). Tölten ist sehr spaßig und sehr viel angenehmer als traben, wenn man – wie ich bei diesem „ersten Mal“ ohne Sattel und somit auch ohne Steigbügel reitet. Sehr tolle Erfahrung, freue mich schon auf das erste Mal auf „normalen“ Pferden mit L.K.
  • herausgefunden, dass sich manche Dinge scheinbar nie ändern und ich nie meine Arbeit mache, bevor ich unbedingt muss. Hatte vor, in der zweiten Woche ganz ruhig und ohne Stress meine Stunden für diese Woche vorzubereiten – und wann hab ichs gemacht? Sonntag und Montag, wo schon wieder Schule war. Ich weiß nicht ganz, wie ich mir das abgewöhnen soll, aber ich habs dringend vor. Zumal die zwei Stunden, die ich heute hielt (v.a. die zweite) ziemlich schlecht waren. Nur gut, dass meine Fachleiterin nicht dabei war (die vertrete ich ja diese Woche in der Klasse) – dafür aber drei Referendarinnen, vor denen ich mich jetzt erstmal schäme. Dreckskram. Aber gut, war auch mal überfällig, einen kleinen Dämpfer zu bekommen.
  • Heather Nova in Luxemburg genossen. Ich finde zwar, sie passt besser unter freien Himmel (da sah ich sie mal in Hanau vor ein paar Jahren), aber dennoch wars echt super und ich schwebte wieder in anderen Sphären währenddessen.
  • L.G. mit Band unplugged in einem Café in meiner ehemaligen Studentenstadt erlebt, genossen, die Musik geliebt, mich in Texte verliebt, ein Tränendrüsenlied gewidmet bekommen. Keine Sekunde bereut, dadurch an meinem ersten Schultag extrem übermüdet gewesen zu sein.
  • einen alten Freund freudenerfüllt wiederbekommen und mich mit einer neuen Freundin getroffen.
  • insgesamt ein paar freundschaftliche Höhen und Tiefen erlebt.
  • ein Ticket nach Canada zu meiner lieben Auslandsjahr-Freundin fürs nächste Frühjahr gebucht. Hoffe, dass es mit meiner Arbeit nicht irgendwie kollidieren wird und somit voll und ganz genießbar wird – ohne schlechtes Gewissen oder drängende Aufgabenlast.
  • das Studentenleben vermisst, als alle mir erzählten, was sie für Kurse machen, was für interessante Dinge angeboten werden. Nicht, dass das, was ich jetzt tue, nicht auch interessant ist, aber es ist eben so ganz anders.
  • einen Internetanschluss beantragt, bekommen, installiert, funktioniert perfekt.
  • meinen Biorhythmus wieder komplett ruiniert und umgestellt, sodass ich irgendwie immer noch ein Schlafdefizit habe und heute mittag unglaubliche 2h gepennt habe. Tststsssss…

Und noch soooo vieles ist unerledigt geblieben. Wie immer. Dennoch waren es sehr sehr schöne Herbstferien – und wenn ich rückblickend darüber nachdenke, habe ich schon sehr viel eigentlich gemacht bekommen. Ich war ziemlich viel unterwegs (und habe mich dabei sehr über die fallenden Benzinpreise gefreut ;o)), habe viel unternommen, habe mein neues Leben bzw. die Arbeit dafür komplett vergessen (ein zweischneidiges Schwert), es gab viel Schönes, es gab aber auch ein paar dunklere Facetten – aber alles in allem war es richtig, richtig schön und gut.

Und der Wiedereinstieg in den Alltag ging auch eigentlich ziemlich harmlos vonstatten. Wie eigentlich immer kann ich mir heute, am zweiten Arbeitstag, schon wieder gar nicht vorstellen, jemals Ferien gehabt zu haben! ;o) Doch die nächsten kommen bestimmt – und so lang ist es schon gar nicht mehr!! :o )


Herbstferien

13 Oktober, 2008

Ich merkte es schon letztes Jahr in Ansätzen, aber ich glaub jetzt definitiv sagen zu können, dass Herbst meine Lieblingsjahreszeit ist :o )

Hier ein paar Impressionen von meinem gestrigen traumhaften herbstlichen Wuntertütentag …


toll toll toll

2 Oktober, 2008

Gestern war mal wieder ein wahnsinnig aufregender Tag. Ein Tag ganz nach meinem Geschmack.

Ich hatte morgens den letzten Schultag vor den Herbstferien und hatte mich für Nachmittags mit L.M.R., die mittlerweile wirklich eine Freundin geworden ist und ja auch den zweiten Namen mit mir teilt, verabredet, da wir jetzt gegenseitig unsere neuen Wohnungen besuchen wollen. Es war ein großartiger Nachmittag, wir haben über unsere momentane Situation gesprochen, über unsere Fachleiter, über die neue Rolle, die wir zu erfüllen haben, über unsere Passionen und Leidenschaften, über unser Leben an sich etc. L.M.R. – und so was finde ich ja immer sofort waaaaahnsinnig aufregend – hat jahrelang mit ihren zwei Schwestern Akrobatik gemacht. Die drei waren ziemlich gut, waren auf EMs und WMs und sonstigen Meisterschaften rund um den Globus. L. zeigte mir auch eine DVD mit diversen Auftritten drauf. Ein kompletter Laie wie ich ist ja unglaublich beeindruckt – selbst bei den Sachen, die laut L. so gar nicht schwer sind im Vergleich. Allerdings verbrachte sie auch quasi ihre Jugend mit Akrobatik – 4 mal die Woche Training. Ich forderte sie natürlich sofort auf, was zu machen und konnte sie immerhin zu einem Handstand bewegen – zu mehr reichte der Platz leider nicht! ;o)

Und das Tolle: L.M.R. wird mir ein paar recht leicht zu erlernende Standardsachen beibringen!!!!! Ich werde nebenberuflich Akrobaaaaaaaaaat!!!! ;o) Handstand meinte sie ist – natürlich mit Übung etc. – recht schnell lernbar. Und, als ich ihr das einzige, was ich halbwegs kann (Brücke) zeigte, um sie einschätzen zu lassen, ob ich überhaupt Potential habe, sprich, ob es überhaupt Sinn macht, mal was in die Richtung zu machen, meinte sie, es sei erstaunlich wie biegsam ich sei ohne Aufwärmen. Sie meinte, Brücke könne sie auch nicht besser. Sie wird mir beibringen (und meinte, bei meiner Ausgangslage wird das höchstens einen Tag dauern) aus dem Stand in die Brücke zu gehen und dann rüberzugehen wieder in den Stand. Es gibt dafür auch einen Fachbegriff, aber den hab ich wieder vergessen… Jedenfalls trainiert ihre eine Schwester jetzt andere Leute in Akrobatik und L. wird da mal mitgehen, um selbst fit zu bleiben und da nimmt sie mich dann mal mit und dann trainieren wir auch mich :o )

Es ist mal wieder wahnsinnig toll, dass ich Leute kennenlerne, die mir Sachen ermöglichen, die ich immer mal machen wollte und können wollte. Ich meine, wow, ich werde voraussichtlich aus dem Stand in die Brücke und einen Überschlag machen können. Quasi einen langsamen Flic Flac. Ich bin hin und weg …

L und ich fuhren dann auch gemeinsam in die Hauptstadt unseres Bundeslandes – sie in einen Flamenco-Kurs und ich zum Treffen meines Spanisch-Fachseminars. Der Zufall wollte es, dass ich meiner Fachleiterin gegenübersaß, was sich als großartiger Zufall entpuppte. Nicht nur kam im Gespräch mit ihr und ihrem Mann heraus, dass er komplett und sie die ersten 4 Semester in meinem geliebten alten Studienort studiert haben und noch einige meiner Anglistik-Dozenten ebenfalls kennen und bei ihnen studierten, nein, es stellte sich auch heraus, dass meine Fachleiterin Island-Pferde hat. Ich sagte, oh, wow, toll, ich wollte immer schon mal reiten. Und daraufhin meinte sie, sie sei die ganzen Herbstferien über da und wenn ich wolle, solle ich einfach vorbeikommen und dann gehen wir reiten. Meine liebe liebe Freundin L.M.K. machte mir ja zum Geburtstags eins der großartigsten Geschenke, die ich je bekam, indem sie mir diesen Wunschtraum erfüllte: nämlich, dass wir gemeinsam auf einen Reiterhof fahren und eine Probestunde machen. Das war wirklich ein supertolles Geschenk und ich konnte es ja gar nicht fassen, dass sie mir das schenkte. Ich denke dennoch, dass ich die Island-Pferde meiner Fachleiterin auch mal austesten möchte und auch kann, ohne L.M.K. die Freude unserer Unternehmung zu nehmen: Island-Pferde sind ja ein gutes Stück kleiner als „normale“ Pferde, insofern kann ich das ja einfach als Probe auffassen für das „eigentliche“. :o ) Und ich hoffe, L.M.K. stimmt mir da zu. Ich freue mich nämlich dennoch wie ein Kind auf die Probe-Reitstunde mit ihr und den „normalen“ Pferden.

Ich muss sagen, gestern war ein total toller Nachmittag und Abend. Ich merkte, dass L.M.R. eine richtige Freundin wird, ich erfuhr, dass ich ein wenig Akrobatik lernen werde – und ich hatte wirklich ein tolles Gespräch mit meiner Fachleiterin (die übrigens auch mal in meinem alten Studienort Theater spielte!!!) und ihrem Mann und erfuhr dort, dass ich bei ihr mal reiten darf.

Himmlisch, einfach himmlisch. Ich liebe es, dass das Leben sooooo viel für einen bereit hält, mit dem man nicht rechnet. Ich wollte ja nie dorthin, wo ich jetzt bin, aber trotz aller manchmal mich schmerzhaft überkommenden Sehnsucht nach meinem alten Leben und meinem alten Studienort und der Leute darin, muss ich sagen, dass es mich eigentlich nicht hätte besser treffen können. Ich habe tolle neue Leute kennengelernt, tolle neue Möglichkeiten haben sich mir eröffnet – es ist einfach wundervoll eigentlich. :o )

Jaaaaaa, und wer mich kennt, weiß, dass halt solche Sachen nebenher (also diese Akrobatik-Sache zB) mich unglaublich reizen und ich viel begeisterter von so was bin als von meinem eigentlichen Job. Sodass das mal wieder wie gerufen kam … :o )


Fotoooooooos!!!!

29 September, 2008

Wie ich mir eigentlich hätte denken können, war das USB-Kabel meiner Kamera in meiner Tee-Kiste (ist ja klar – hätte ich auch sofort drauf kommen können ;o)) – und hier also das Ergebnis. Ein paar Bilder meines neuen Heims. Noch recht kahl und leer, aber hey, ich hatte halt noch nie Platz und/oder Möbel! ;o)

Hier also ein kleiner erster Einblick:

Als erstes der Blick mit/vom Balkon in den Garten:

Und dies hier ist der Blick aus dem Schlafzimmer:

Dann hätten wir hier meine Haustür von innen (Haus von außen und Flur innen bis zu meiner Haustür liefere ich noch nach):

Oooooh ja, die Wohnung ist so groß, dass ich sogar einen Abstellraum habe!! Der ist nur gerade etwas chaotisch, von daher hab ich ihn nicht fotografiert ;o) – wird auch nachgeliefert! ;o)

Dann der Blick, den man hat, wenn man die Tür reinkommt und nach links in die Wohnung reinguckt. Ich habe endlich einen prädestinierten Platz für meine Erbstück-Kommode und meinen tollen IKEA-Rahmen gefunden!!! :o ) Ich finde, dieser postmoderne Retro-Kram passt perfekt in diese Nische!!

Das Fahrrad steht erst seit heute da im Flur – es versperrt, wie man sieht, den Blick auf das Kommoden/Bilderrahmen-Arrangement – auf Dauer muss es also umziehen. Vielleicht in den Keller – ich hab auch nen ziemlich großen Kellerraum.

Nun der Blick, den man hat, wenn man schräg rechts vorbei an der Kommode in Richtung Wohnungsinneres guckt:

… und dies hier hat man, wenn man den Flur entlang gegangen ist und sich nochmal umdreht:

Vom Schlafzimmer vorerst keine Bilder, da mein supertolles Bett noch nicht da ist und außer einem hässlichen (und auch nur mäßig bequemen ;o)) Klappbett und einem alten Kleiderschrank noch nichts drin steht. Sehr kalt und kahl – Bilder erst mit Bett! :o )

Vorerst aber Bilder von Bad und Küche:

Hier noch ein bisschen zwischen Bad und Küche:

…  und hier – mit besonders lieben Grüßen an J.L.: die kleine „Siggi’s Café“ Sehnsuchts-Ecke:

bei Tag:

… und bei Nacht:

Jaaa … und dann hätten wir hier noch meinen vorgestern liebevoll neu bezogenen (ein Hoch auf Mamas Nähmaschine, auf Stecknadeln und auf Papas elektrischen Tacker!) Sperrmüll-Retro-Sessel:

… und wenn wir dann gerade bei gepimpten Sperrmüllmöbeln sind – hier mein gepimpter Sperrmüll-Couchtisch. Ich pellte mit viiiiel Gewalt und Mühe und unter ständiger Gefährdung meines Lebens (ich arbeitete mit einem verdammt scharfen Teppichmesser, das ständig unter Druck stand – aber Gott sei Dank nie mit einem Ruck diese komische Umrandungszeugs durchstieß) die Fassung der Glasplatte obenauf ab und wollte die schwarze Umrandung an der Unterseite der Glasplatte etwas nachziehen – und war sehr doof, wodurch ich mir ein bisschen die Ästhetik des Tisches verdarb: ich stützte mich auf der Platte ab – und das war seeeehr ungünstig, weil ich mich auf einem recht weichen Teppich befand. Natürlich brach sie. Ich war erstmal wirklich paralysiert und saß eine gefühlte Ewigkeit regungslos davor – doch dann beschloss ich, dass es jetzt ja eh passiert sei und ich nichts mehr ändern könne – also versuchte ich aus der Not eine Tugend zu machen – das Ergebnis sehr ihr hier! ;o)

Wäre natürlich schöner gewesen ohne die schwarzen Klebungen – war aber nicht anders zu machen. Das, was ich unter die Glasplatte machte, sind übrigens antike Notenblätter, die mir meine Großtante von irgendjemanden, den sie kannte, der Klavier spielte und irgendwann starb, vor einigen Jahren übergab. Viele der zerfallenden Notenhefte waren nicht vollständig oder waren Arrangements von Orchesterwerken, sodass ich sie so verarbeitete – ich finds hübsch. Bis auf die zerfetzte Glasplatte halt … :o (

So, und hier nun also noch die berühmt-berüchtigten Backsteinregale! Alles, was darin ist, ist im Moment noch komplett ungeordnet. Ich hab mal einfach alles darin gelagert. Aber ich muss sagen, von der Optik her gefallen sie mir echt. Und ich fand ja das zarte rosa, mit dem die Vormieterin die Wand gestrichen hatte, echt hässlich – aber ich muss sagen, dass es halt zu den Backsteinen echt super passt …

Ach ja, und hier noch mein Arbeitsbereich (gelegen zwischen den beiden Backsteinregalen)

Und zum Abschluss noch meine zwei tollen neuen Lampen:

So, und jetzt muss ich dringend dringend ins Bett. Ihr würdet lachen, wenn ihr wüsstet, wo ich bin! Da ich ja noch kein Internet bei mir daheim habe, sitze ich gerade in der Kälte vor dem Haus meiner Eltern und zapfe ihr WLAN an! ;o) Sehr unbequem, aber irgendwie auch cool! ;o) Aber ich muss morgen wieder mal früh raus (ganztägige Einführungsverstaltung für das GEsamtschulpraktikum, was wir 3 Wochen lang im November machen müssen) und meine Finger werden sehr kalt gerade. Ich selbst hab warm, denn ich habe in weiser Voraussicht meine Winterjacke angezogen ;o)

Dies also ein erster Einblick in mein neues Heim, das ich jetzt schon sehr liebe und wo ich mich wirklich wohl fühle. :o ) Gute Nacht!!


Moving Sigs

28 September, 2008

An dieser Stelle sollten eigentlich ein Haufen Bilder stehen, die ich gestern und heute morgen liebevoll geschossen habe, damit ihr einen ersten Eindruck in mein neues Heim bekommt. Doch was ist passiert? Das USB-Kabel meiner Kamera ist in meinem Umzugschaos vorerst verschollen. Also leider dann doch heute keine Fotos :o (

Dennoch schreibe ich heute mal, weil ich schon so lange nichts mehr geschrieben habe. Das liegt hauptsächlich an zwei Dingen:

1. bin ich seit letztem Wochenende wild am umziehen, und wenn man in die erste wirklich eigene Wohnung zieht, wo kein Mobiliar vorhanden ist, ist das gar nicht mal so schnell gemacht.

2. war die letzte Woche die erste Woche, in der ich echt einigermaßen viel zu tun hatte, weil ich die 9er Klasse meines Englisch-Fachleiters eigenverantwortlich übernehmen musste, da er mit seinem LK in London war.

und 3. (ja, es gibt auch noch ein drittens, ist mir aufgefallen) hab ich in meiner Wohnung noch kein Internet – nach vielem Hin und Her und Ausprobieren etc. habe ich gestern dann doch ganz einfach eine DSL Flatrate beantragt – wenn alles glatt läuft werde ich also ab dem 8.10. wieder ganz normal online verfügbar sein – und zum ersten Mal dann auch ohne irgendwelche Einschränkungen!! (man erinnere sich an das Downloadüberschreitungsfiasko im November 2006 ;o))

Ja, vielleicht ein kurzes Update zur Wohnung. Ich habe soooooo viel Platz!!! 58 qm sind eine ganze Menge. Es gibt unglaublich viel Gestaltungsspielraum, es ist herrlich, eine echt Küche zu haben, mit Backofen und Vier-Platten Ceranfeld-Herd (witzigerweise sind die Platten quadratisch eingezeichnet, was ich sehr merkwürdig finde) und allem! Und ein schönes Bad!! Und ein Wohnzimmer- und ein Esszimmerbereich!!! ein genial großer Balkon mit Blick in den Garten!! ein riesiger Flur!!! ein Arbeitsbereich!!!! und ein ganz abgetrenntes großes Schlafzimmer!!! Mitte November bekomme ich auch mein supertolles (und ebenso teures ;o)) Riesenbett und dann wird auch dieses Zimmer endlich wohnlich – im Moment ist es noch sehr kahl, weil ich noch nicht weiß, was genau ich dann reinmachen will.

Hach, es ist wirklich wirklich herrlich. Die Backsteinregale sind finde ich auch super geworden. UNd ich hab natürlich wieder ein paar mehr Sperrmüllmöbel gepimpt – auch von denen dann hoffentlich bald Bilder. Ich liebe den 70er Jahre-Sessel, der jetzt mit Zebrafell überzogen ist … :o )

Es tut wahnsinnig gut, endlich sein eigenes Leben wiederzuhaben. Und so ein eigenständiges Leben hatte ich bisher ja noch nie. Ich hab eine komplett funktionstüchtige Wohnung und – oh ja – ich habe auch ein Auto. Und eigenes Geld. Ich kann also eigentlich wirklich tun und lassen was ich will und wann ich will. So ganz gerafft hab ich das noch nicht (wohne ja auch erst seit einer Woche in der Wohnung), aber selbst jetzt fühlt es sich schon wirklich wirklich gut an.

Die letzte Woche war auch super. Montags hab ich erstmal in einer 7er Klasse mit 34 Schülern eine Englisch-Stunde gehalten – hat aber erstaunlich gut geklappt und von der Lehrerin bekam ich auch sehr positives Feedback. Und dann am Donnerstag eine Stunde in der 9. – da fand ich die Kiddies echt anstrengend, ich denke, sie wollten rausfinden, wo ihre Grenzen liegen (tun sie ja bekanntlich gern, wenn ein neuer – und dazu noch junger – Lehrer in die Klasse kommt, von dem sie auch wissen, dass er nur 3 Stunden halten wird), aber scheinbar hab ich gut kontra gegeben, denn am nächsten Tag waren sie wirklich handzahm, echt lieb und haben zügig gearbeitet (hab sie auch echt gut beschäftigt! ;o)) und ich hatte echt Spaß in dieser Doppelstunde. :o ) Und noch was echt gewöhnungsbedürftiges, aber cooles: ich musste am Freitag auch Aufsicht führen in der 2. großen Pause. Da wo ich Aufsicht führte musste, ging es darum, die Kinder rauszuscheuchen, da sie während der Pausen nicht im Schulgebäude sein sollen/dürfen. Ich wartete also, bis die rausströmenden Schülerscharen versiegt waren und schaute, ob da dennoch irgendwelche Kinder rumlungerten – und klar, da saßen noch so 5-6 Schüler rum, ich schätze sie auf 7. oder 8. Klasse. Ich ging also zu ihnen hin und fragte: „Wartet ihr auf etwas?“ und sie erwiderten „Ja, aufs Ende der Pause.“ Ich sagte also: „Ei dann hepp, raus, ist schönes Wetter.“ – und, oh Wunder, sie taten es!! Einfach nur, weil ich jetzt plötzlich ein Lehrer bin, hab ich einfach so *schnipp* Autorität und wenn ich sage, die Kinder sollen rausgehen, dann machen die das auch! Das war wirklich ein sehr erstaunliches Gefühl. Aber es tat auch wirklich gut, denn ich hatte ja immer Sorge, dass ich keine Autorität habe, weil ich eben aussehe, wie ich aussehe und noch so jung bin und von einem Oberstufenschüler ja wirklich nur marginal unterscheidbar bin. Aber scheinbar gehts doch. Juhuuu!!! :o )

Und, noch was Tolles: letzten Donnerstag durfte ich auch die Theater-AG eigenverantwortlich führen. Die Leitern war nämlich auch mit ihrem LK auf Tour. Meine süßen 5. und 6. Klässler beschäftigte ich also damit, dass sie Mini-Theaterstückchen bekamen, die sie in der letzten Stunde schon gelesen hatten, wobei sie auf Betonung etc. achteten. Ich dachte mir also, oho, sehr schön, das können sie schon echt gut, und jetzt sollen sie mal das Gefühl dafür bekommen, wie es ist, nicht abzulesen, sondern frei zu sprechen und – und darum gings mir eigentlich – zu sehen, wie anders es ist, wenn man eben neben dem Sprechen auch noch schauspielert, sprich, sich bewegt, gestikuliert, also den ganzen Körper mit einsetzt. Ich teilte sie also in 2er bzw. 3er Gruppen ein und ließ sie sich ein Stück aussuchen, dass sie dann in je einer Ecke des Raumes einstudieren sollten. Inklusive Blocking und inklusive Rahmengeschichte sich ausdenken, in der die Situation eintritt. Eine Gruppe war sogar so kreativ, dass sie das Stück ein bisschen weiterschrieben (sie fragten, ob sie das tun dürften und ich war natürlich begeistert). Ich ging währenddessen von Gruppe zu Gruppe, schaute mir die „Proben“ an, gab Tips, beantwortete Fragen etc. Es war wirklich wirklich super und man hat echt gesehen, dass die Kiddies mit jedem Durchlauf wirklich besser wurden, total aus sich rausgingen, und am Ende, ja, wirklich schauspielerten. In den letzten 10 Minuten ließ ich die Gruppen dann jeweils ihre „Inszenierung“ vor dem Rest der Gruppe vorführen (damit sie auch mal sehen, wie es ist, vor anderen dann wirklich auf der Bühne zu stehen). Mann, das hat echt Spaß gemacht – und da die Kinder am Ende fragten: „Sind Sie am nächsten Donnerstag auch wieder da?“ und sich über die Bejahung freuten, gehe ich einfach mal davon aus, dass es den Kiddies auch gefallen hat! :o )

Jaaaaaaa, das war meine Wilde Woche – mit Umziehen und Unterrichten. Anstrengend, aber sehr wohltuend und erfahrungsreich.

Und jetzt gehe ich mal echt dieses doofe Kabel suchen – hatte doch extra die schönen Bilder gemacht …


Hallo, Zinationen!

18 September, 2008

Da ich heute erst zur 4. Stunde Unterricht hatte, ging ich vorher in die Stadt, um meine Telekommunikation für nach dem Umzug zu regeln. Da das wesentlich schneller ging, als ich dachte und ich so noch ca. 1h übrig hatte, ehe ich an der Schule sein musste, entschied ich mich dafür, mir einen Kaffee zum Mitnehmen zu kaufen, mich damit auf eine Bank zu setzen und dann meine Stunde für morgen vorzubereiten (Imperativ einführen in der Spanisch 8. – natürlich wäre es von der Wärme her angenehmer gewesen, das im Lehrerzimmer zu machen, aber da habe ich schon festgestellt, unterhält man sich eher mit anderen Referendaren und kommt zu nix ;o) – und da ich die vage Hoffnung hege, vielleicht heute Abend schonmal ein paar Kleinigkeiten in mein neues Heim zu schleppen, dachte ich mir, was gemacht ist, ist gemacht).

Natürlich blickte ich ab und zu von meinem Block hoch – und bei den sich mir da darbietenden Halluzinationen wurde mir klar, wie sehr ich doch noch an meinem alten Studienort hänge und wie prägend solche 5,5 Jahre dann doch sein können: als ich das erste mal aufblickte, erstarrte ich fast, weil ein mir entgegenkommender Mann auf den ersten Blick genau aussah wie ein allseits gefürchteter, aber eigentlich sehr sehr netter Linguistik-Professor meines alten Studienorts. Der Bart, die Brille- alles passte. Natürlich war er es nicht. In mich hinein schmunzelnd machte ich weiter. Doch als ich das nächste Mal aufsah, sah ich schon wieder einen ehemaligen Professor von mir. Meinen Lieblings-Professor, bei dem ich auch meine Examensarbeit schrieb. Diesmal passte nicht nur die Brille und die Haarfarbe, sondern auch der Kleidungsstil und bis zu einem gewissen Grad gar die Gangart. Er war nur etwas korpulenter und anders gebaut. Und klar, als diese zwei Männer näher kamen, glichen sie den Profs auch nicht mehr wirklich – aber im ersten Moment sah ich wirklich meine Ex-Profs in diesen Leuten …

Ja, manchmal kommt der Abschiedsschmerz ja dann doch noch durch … :o )


WOOOOHOOOOOOOOOOO!!!!

17 September, 2008

Ich hielt ja vergangenen Freitag (12. September) meine zweite Stunde in der 8. Spanisch-Klasse. Und heute besprach ich die Stunde mit meiner Fachleiterin – was gut war, wo man hätte die Stunde geschickter gestalten können (es war Grammatikeinführung – Possessivpronomen) etc.

Ich will gar nicht viel sagen, außer ein paar Sachen, die mich extrem gefreut haben.

Zum einen sagte Sie, dass es ja an sich nicht viel zu verbessern gäbe an meiner Art, zu unterrichten. Ich meinte dann, natürlich etwas scherzhaft: „Wunderbar, also muss ich mir keinen anderen Beruf suchen?“, woraufhin sie erwiderte: „Bitte nicht! Das wäre schade!“.

*strahl*

Und dann noch die Krönung: ihr werdet es nicht glauben, aber meine Fachleiterin bot mir an, doch schon im 1. Semester (das ist quasi das erste Halbjahr – bis Ende Januar) eine erste Lehrprobe zu machen. Normal ist, dass man im 2. Semester mit Lehrproben anfängt. Sie sagte, sie sehe keinerlei Grund, warum ich das nicht machen sollte – dann hätte ich ja auch in den späteren Semestern nicht soviel Stress. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich mal wieder nach Hause schwebte nach dieser Nachricht.

Und mit diesem Hintergrund wirkt es auch schon gar nicht mehr so schlimm, dass ich übermorgen bei den 8.ern den Imperativ (mit schön total physical response etc. ;o)) einführen soll – und dass ich nächste Woche Montag in einer 7. Englisch unterrichten muss, desweiteren die blöde 9er Klasse meines Englisch-Fachleiters komplett übernehmen muss, weil er mit seinem LK auf Tour ist – und nebenbei noch am Wochenende umziehen muss … :o )

*strahl*


Save the drama for your mama …

13 September, 2008

Meine liebste Cät in Canada bloggte neulich über Career Shaping. Und selbiges habe ich nun auch in Angriff genommen. Eigentlich ist das Career Shaping dabei nur ein Neben- bzw. Abfallprodukt, denn eigentlich ging es hauptsächlich darum, meine Leidenschaften in mein neues Leben zu integrieren. Es ist ja allgemein bekannt, dass der Lehrerberuf mich zwar nicht abstößt, allerdings auch nicht das ist, wo mein Herz dran hängt. Eine Verbindung mit meinen eigentlichen Leidenschaften war mir von daher stets ein Bedürfnis.

Ich korrigierte neulich mit meinen Englisch-Mit-Referendaren  die LZVA, die Landeszentrale Vergleichsarbeit (schreiben hierzulande die 7. Klassen in Deutsch, die 8. in Mathe und die 9. in der ersten Fremdsprache). Eine Aufgabe darin war, einen Brief das school newspaper zu schreiben, in dem man eröffnet, worüber man einen Artikel für die Schulzeitung verfassen könnte. Ein Schüler schrieb, er sei in der Theatergruppe der Schule und könne darüber schreiben. Sofort klingelten bei mir alle Alarmglocken, meine Augen leuchteten und ich machte mich auf die Suche nach der Leiterin der Theatergruppe. Am Donnerstag erwischte ich sie endlich mal allein und sprach sie an. Sagte, ich sei hier Referendarin, habe selbst viel Theater gespielt und sei daran interessiert, mal zu sehen, wie eine Schultheatergruppe so funktioniert. Sie war schwer begeistert und ich so darf ich mitmachen :o ) Zugucken, gucken, was man von Schülern theatermäßig so erwaten kann, was man mit ihnen auf die Beine stellen kann etc.

Nun zum Abfallprodukt dieser leidenschaftlichen Entscheidung: Wie sich bei den Einstellungsergebnissen ja zeigte, scheint Spanisch im Moment doch gar nicht soooooo benötigt zu sein, wie man so gemeinhin dachte. Und so dachte ich mir, dass ich einfach bei der Bewerbung um eine richtige Stelle nach Abschluss des 2. Teiles meiner Ausbildung versuchen werde, durch meine Leidenschaften zu punkten – sprich, durch das Angebot, gerne auch das neu angebotene Fach „Darstellendes Spiel“ zu unterrichten (total toll, meine Patin erzählte mir so einiges und gab mir auch den Lehrplan etc.) – diesbezüglich werde ich ein paar Fortbildungen machen und meine lieben Regisseure fragen, ob sie mir vielleicht auch eine Referenz schreiben könnten etc – und durch die Arbeit mit der Schultheatergruppe kann ich ja auch das noch als Referenz angeben.

Jaaaaaaaaaa, das ist das Schöne, was dieser halbherzig gewählte Beruf so mit sich bringt: Man hat viel Freiheiten und kann schon die ein oder andere Leidenschaft beherzt darin ausleben :o )


„Why do all good things come to an end?“

10 September, 2008

Ach, was hatte ich ein tolles Wochenende: außer dem taschenkäufigen Wochenende in meiner geliebten Ex-Studienstadt, verbrachte ich es damit, Möbel für meine neue Wohnung zu „designen“. Ich bin ja bekennendes Sperrmüllkind: mit 17 oder 18 fiel mir auf, dass oft Möbel zum Sperrmüll gestellt werden, die eigentlich super intakt und schön sind – vielleicht etwas gepimpt werden müssen, aber an sich sehr toll sind. Meine Freude am Möbelpimpen fing damit an, dass ich mir zwei Stühle damals vom Sperrmüll holte, sie abbeizte und abschmirgelte, neu strich und zu den berühmt-berüchtigten Shakespeare-Stühlen umfunktionierte (ich suchte nach Zitaten aus Shakespeare-Werken, in denen das Wort „chair“ vorkam, schnitt mi reinen Pinsel zurecht, damit er dünn genug war, um damit kalligraphisch ansprechende Buchstaben zu malen, und schrieb diese Zitate auf die Stühle).

Ich fing dann noch 2 weitere Stühle an, dann kamen aber Auslandsaufenthalte und die Tatsache, dass die Stühle bei meinen Eltern im Keller standen und ich nicht da war, wenn ich mal Zeit gehabt hätte dafür … Einen Hocker stellte ich noch fertig, und auf Fertigstellung warten auch noch zwei Tische, ein supertoller 70er Jahre Sessel (den man drehen kann!! :o )) und passender tonnenartiger Hocker (dessen Sitzfläche man abnehmen kann, sodass man Dinge in ihm aufbewahren kann).

Jaaa, da ich ja jetzt die Wohnung habe und ich natürlich ständig daran denke, wie ich die einrichten kann (ich wollte ja auch mal ernsthaft Innenarchitekt werden – und die Einrichtungsgedanken sind so viele und so wild, dass ich am ersten Abend nach Vertragsunterschrift gar nicht einschlafen konnte, weil ich so viele Ideen hatte), habe ich neue Motivation für meine Projekte.

Teil 1 war der eine Stuhl. Der sieht jetzt so aus:

You are most welcome to find it appalling. Ich gebe zu, er ist sehr wild und bunt. Aber er passt zu den restlichen Sachen, die ich so habe (Hocker ist mit Zebrafell überzogen, Bett bzw. demnächst Couch ist abgedeckt von einer Decke in rosa-hellblau-hellgrün-pink-rot-Tönen – und Idee war, diese Nuancen in dem Stuhl aufzugreifen). Ein zweiter Stuhl mit dieser Decoupage-Technik gepimpt ist in Planung – er soll wesentlich neutraler werden – das dazu benötigte Papier musste ich allerdings online bestellen, da es das hier in Bastelläden nicht gibt (hatte mir die Zutaten für diesen Stuhl in Leipzig gekauft).

Teil 2 ist ein Großprojekt. Ich wollte einen Musik-Stuhl machen, nachdem ich die Shakespeare-Stühle schon hatte. Design von daher auch ähnlich: schwarze Schrift auf altweißem Untergrund. Ich fing damit so 2004/2005 an (Lehne war da fertig). Ich machte es u.a. auch deshalb, weil mir alle, denen ich von meiner Idee erzählte, sagte, dass das eh nicht klappt, weil man keine so feinen Notenlinien malen kann und insgesamt so akriebisch keine Notenblätter mit Pinsel und Acryl-Lack abmalen kann. Natürlich machte ich es dann gerade aus Trotz. Ich gebe zu, es ist verdammt viel Arbeit – aber ich finde, es sieht gut aus, und das ist es mir dann wert. Dieser Stuhl ist noch nicht fertig, es sind noch schwarze Akzente an Innenseiten etc. geplant – und die Notenlinien (übrigens Ausschnitte aus meinen Lieblingsstücken) werden natürlich auch noch auf weitere Seiten des Stuhles ausgedehnt.

Hier ein paar Eindrücke, wie der Stuhl bisher aussieht:

Yeah, soweit bin ich damit. Man merkt natürlich die Imperfektion und leider eben auch, dass ca. 3-4 Jahre zwischen Lehne und bisherigem Rest liegt – man entwickelt sich ja weiter ;o) – aber gut, das ist wahrscheinlich auch wieder nur Kram, der mir auffällt ;o).

Doch warum nun die Überschrift? Nun, zum einen deswegen: ich erfuhr heute im Fachseminar, dass ich am Freitag wieder eine Stunde zu halten habe. Da die Fachleiterin mit meiner Texteinführung so zufrieden war, darf ich gleich schon eine Grammatikstunde halten. Die ist auch Gott sei Dank schon soweit vorbereitet – Grammatik finde ich wesentlich einfacher als Texteinführung. Geht schneller. Übrigens wieder in der 8. Klasse von der Doppelstunde damals. Da ich aber am Montag eine in Englisch halten muss und am WE großes Riesenfamilientreffen (ca. 40 Leute) stattfindet, werde ich da nicht viel tun können – erfahre aber erst morgen, was ich zu machen haben werde. Ja, und deswegen hat es sich wohl im Moment erstmal wieder ausdesignt. :o (

Und desweiteren – on a more tragic note – wählte ich diesen Titel, weil ich heute meine Exmatrikulationsbestätigung zugesandt bekam. Ich hatte meinen Antrag auf Exmatrikulation letztlich am Montag abgeschickt – musste ja irgendwann mal sein. Und jetzt schickten sie mir die Bestätigung in 6facher Ausführung. Also endgültiges und schriftliches Ende. „The end of an era“ as Joey would say …


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